Vor Fünf Jahren wurde die werderaner Blütentherme eröffnet – eine Erfolgsgeschichte für den privaten Betreiber. Nun wurde die Bilanz für das Jahr 2024 veröffentlicht.
Die StadtMitGestalter gratulieren herzlich. Wir freuen uns auch mit den vielen Besuchern, die das Bade- und Wellness Erlebnis dort genießen können.
Pünktlich zum 5. Jahrestag wurde am 11.6.2026 die Bilanz für das Jahr 2024 der Haveltherme GmbH im Bundesanzeiger Unternehmensregister veröffentlich. Dort kann man lesen:
Der Jahresgewinn 2024 beläuft sich auf 2,5 Mio. €. Übrigens nach Abzug der Steuern!
Seit 2021 summieren sich die Gewinne auf über 6 Mio. €. und es konnten Rücklagen von mehr als 7 Mio. gebildet werden – alles Zahlen bis Ende 2024; neuere Zahlen sind bisher nicht veröffentlicht.
Die Profite sind so gut, dass jetzt 4.000.000 an Gewinn entnommen werden – so in der Bilanz zu lesen.
So weit, so gut…?
Verluste
Die Kehrseite der Medaille ist aber, die Stadt Werder, der die Therme zu 100% gehört und die mehr als 45 Millionen € darin investiert hat, macht in der gleichen Zeit mit der Haveltherme Millionenverluste, wie man den Jahresabschlüssen der Stadt von 2021 bis 2023 und den jeweiligen Prüfberichten entnehmen kann.
Besonders die Abschreibung von jährlich mehr als 1,6 Millionen Euro reißen Lücken in den Haushalt der Stadt. In Summe seit
2021 rund 6 Millionen.
Dafür gibt es einen einfachen Grund, nämlich die viel zu niedrige Pacht, die die Stadt und die Bürgermeisterin Frau Saß mit der Haveltherme vereinbart hat.
250.000 € Jahrespacht für ein Objekt mit einem Wert von 45 Millionen ist mehr als bescheiden.
Dazu muss man wissen, dass die Stadt der Havel Therme noch jährlich 182.000 € Zuschüsse zahlt, für Rabatte, die diese gewähren soll.
Die Netto Zahlung an die Stadt beträgt also sage und schreibe 68.000 € im Jahr.
(alle Beträge sind ohne Mehrwertsteuer und ändern sich jährlich, weil es eine Klausel gibt, dass sie um 2% im Jahr anwachsen.)
Also: großen Gewinnen beim privaten Betreiber stehen große Verluste bei der Stadt Werder gegenüber. Die Therme ist wirtschaftlich eine Goldgrube. Aber nur für den Betreiber.
Die StadtMitGestalter werden weiter für Transparenz sorgen und Vorschläge machen, wie dieses groteske Missverhältnis von privatem Profit und öffentlichem Verlust geändert werden kann.